archivDie Glosse

Schreiben mit Pinkus Haflinger
Workshop 1 Pinkus Haflinger

Workshop 2  Pinkus Haflinger

 

Workshop:3"

Cool schreiben mit Pinkus

(von Pinkus Haflinger)

Für Journalisten und solche die es werden wollen

Hallo, liebe Leute, hier bin ich wieder. Ihr wißt, wir steigen gleich voll ein, um - naaa! - genau, durchzusteigen!

Unser word star, den ich euch heute mitgebracht habe, hat es aber in sich. Wow! Also gut, ich gebe zu, vielen von euch Youngsters wird er nicht mehr so geläufig sein, was aber sehr schade ist. Denn - handelt es sich dabei nicht um einen Klassiker des kritischen Journalismus? Wohl wahr.

- Und genau um dieses legendäre wohl wahr geht es in unserer heutigen Session.

Mann, früher habe ich mir den Spiegel oft nur gekauft, weil ich von diesen wohl wahr's gar nicht genug bekommen konnte. Wahnsinn, das war die absolute Dröhnung!

Okay, kapiert ihr nich' - ich gebe zu, ist ein bißchen aus der Mode. Hab's aber neulich wieder mal wo gelesen. Komm nicht drauf wo... naja, egal

Aber dieses wohl wahr wieder zum Leben zu erwecken ist doch ein absolutes must!! Erfindet doch mal was - Wohl wahrz not dead oder so.

Aber weiter mit der Systematik -

Gleich noch mal so'n ein Beispiel - schüttel ich mir eben mal so aus dem Ärmel, Leute - tja, also:

"Für viele drängt sich die Frage auf, ob Helmut, tschuldigung Gerhard Schröder auf dem politischen Parkett elegante Pirouetten drehen oder den dicken Maxen mit ebensolcher Cohiba spielen will. Wohl wahr, hinter der Figur des strahlenden Medienkanzlers scheint manchmal bedrohlich der mächtige Schatten des behäbigen Oggersheimers aufzuragen..." undsoweiter.

Poaaa! Super Pinkus in action. Das knallt, was, Leute! So macht man das. Aber auch Ihr könnt es schaffen!

Zunächst brauchen wir dringend einen remix, 'n neues start up vom wohl wahr.

Aber zunächst mal 'n kleiner knackiger Kontext:

Der Spiegel, das war aber auch ne ziemlich harte und graue Geschichte. Allein das Papier war schon ultratrocken. Das Trockenste überhaupt. Und die haben auch glaub' ich bis letzten Monat auf jegliche Farbe im Heft verzichtet, oder so. Oh, Mann - und erst die Jungs aus der Redaktion, die waren so knallhart & trocken, wenn man da Bilder ansieht - uuuuuhh!

Wo normale Leute Falten bekommen mit der Zeit, da furchen sich bei Spiegel Redakteuren tiefe graue Textspalten ins Gesicht. Ob es sich dabei womöglich sogar eigene Spezies? Wohl wahr, homo texter spiegeliensis - huha! (Okay kids, Ihr müsst ja nich' alles kapieren).

Der einzige nicht ganz so hart war der Filou und Lebemann Erich Böhme, konnte er aber auch nur machen dank seiner Cholestein-Kuren in Form von purer Gänsestopfleber.

Poaa! Aber die anderen, da konnte einer allein schon so eisig gucken wie John Wayne und ne ganze frühere Kreml-Führungsriege zusammen. Wo hab ich das neulich gelesen: Spiegel und kritische Presse seien vom Kommunismus ferngesteuert worden?

- Oh Mann, der Witz des Jahrhunderts!

Es war vielmehr umgekehrt: Der Spiegel hat vielmehr die ganze Sowjet- und DDR-Führung ferngesteuert und schlußendlich auch die Mauer einstürzen lassen. Der Rest war'n bisschen scharfer Blick, 'ne Brise Psi - und fertig. Das war's. Okay, meine These hat sich noch nich' voll durchgesetzt, kommt aber noch. Ich meine, wer kann schon Putin und Aust auseinanderhalten.

Aber zurück zum wohl wahr.

Wir leben heute in 'nem fun ambiente (übrigens sind jetzt die Spiegel Leute zu den coolsten Ravern geworden, nur am Rande). Und genauso cool muß wohl wahr auch eingesetzt werden. Und nich' vergessen - mit Medien arbeiten, das lockert unheimlich auf.

Beispiel? Okay, erst mal soundcheck:

Nach Meinung von Beobachtern der Berliner Politbühne würden die Chancen für dieses Duo wohl auch nicht so übel ausfallen MP3: cowandchicken Wohl wahr.

Achtung, Knaller:

Wäre nicht - nach Meinungen von Medienexperten wie Partnerschaftsinstituten - dieser Mann der ideale (Diskussions)Partner für Verona Feldbusch. MP3: jonnybravo Wohl wahr.

Noch 'n cooles Beispiel, diesmal ohne Medien:

Teja Fiedeler's Bericht im Stern über Salvatore Dali ( Okay Kinder, ihr könnt ja schon mal gehen)

Endgeil die Formulierung: "Tipps für den Trip

Dali, Dali hin zur Kunst". Giga!

Dann noch der Split von Interiur des Dalihauses, da ist nämlich (Zitat) "alles noch fast wie zu Dalis Lebzeiten, also ziemlich durchgeknallt", z.B. " ein schlimm-prächtiges Himmelbett"...

Erreicht hier Journalismus nicht durchaus respektables Girlscamp Niveau? - Oops, wohl wahr.

Denn man tou und tschö - Euer Pinkus."

 

P.S.: Naja - stern. Sagt alles. Da sind die Jungs vom Spiegel schon aus nem anderen Holz. Mittlerweile sogar online ( In Farbe!!!).

Und da muss man schon mal festhalten. Das Online Angebot ist immer noch das mit den ausführlichsten und längsten Ladezeiten.

 


 

 

Workshop:2"

Cool schreiben mit Pinkus

(von Pinkus Haflinger)

Für Journalisten und solche die es werden wollen

Hallo, liebe Leute, hier bin ich wieder. Ihr wißt, wir steigen gleich voll ein, um - naaa! - genau, durchzusteigen!

Heute, mein Megaformat:

Nachgefragt & Nachgehakt (Wahnsinn, bin ich clever)

Tja, liebe Leute. Clevere Journalisten fallen nicht gerade vom Himmel oder so. Dazu müßt Ihr schon selbst auch einiges dazutun. Heute: das große Interview: dazu machen wir mal einige ganz praktische Übungen in Hartnäckigkeit. Wenn Ihr's cool & investigativ angehen wollt, braucht ihr unbedingt dieses feature.

Mein ultimativer Tipp:

Laßt Euch von Eurem Gegenüber niemals einwickeln. Aber denkt immer dran: die Leute wollen personality

Verbiegt Euch nicht innerlich, das kommt äußerst uncool. Seid ganz ihr selbst.

Wenn Euch z.B. Thomas Middelhoff erzählt, daß er sich mit Jogging fit hält, hakt ruhig mal kritisch nach:

- Und das machen Sie wirklich jeden Tag?

Auch Multimilliardäre sind nur Menschen. Also, genau zielen und dann heraus mit der Frage:

- Was ist eigentlich an Dubai so besonders, Herr Slatko?

Auch wenn Rupert Murdoch mit seinen Fusionstrategien mit Kirch ablenken will - laßt Euch nicht ins Bockshorn jagen. Versucht seine geheimen Essgewohnheiten herauszukriegen.

Und vor allem Ausstrahlung ist unheimlich wichtig. Also bringt es auf den Punkt mit der Frage:

- Herr Sommer, hat nicht durch die Talfahrt der T-Aktie ihre Ausstrahlung um mindestens 0,01 Promille eingebüßt oder-so-ich-mein-ja-nur?

Das ist es was ich knallharten Journalismus nenne. Nicht umsonst bin ich der Pinkus, der ich eben bin.

Schneidet Euch ruhig mal 'ne Scheibe von mir ab. 

Euer Pinkus

Tschö, bis dahin."


 

 

Workshop:1"

Cool schreiben mit Pinkus

(von Pinkus Haflinger)

Für Journalisten und solche die es werden wollen

Hallo, liebe Leute, hier bin ich wieder. Ihr wißt, wir steigen gleich voll ein, um - naaa! - genau, durchzusteigen!

Heute haben wir es mit 2 classix zu tun, ohne die es einfach nicht geht. Es geht darum Spannung aufzubauen, und hier greifen wir schon mal auf die die klassischen Vokabeln da und schon mal zurück (Nein, wie genial!)

Nehmen wir mal folgendes Fact aus der vergleichenden Frühgeschichte:

"Slatko trank mehrere Milch-shakes in Dubai".

Wen interessiert das? Niemand. Nobody. Null. Nada.

Wäre da nicht Euer genialer Pinkus.

Versucht mal den Satz mit da anzufangen.

Genau, Ihr merkt, plötzlich geht alles wie von selbst.

"Da bricht doch glatt einer aus der Container-Riege, besagter Slatko eben, nach Dubai auf, und soll dabei nach Augenzeugenberichten schon mal den einen oder anderen Milch-skake zu sich genommen haben"

(Whow! Super-Pinkus)

Ah, genießt diesen Spannungsbogen! Fächert den Fact zwischen da und schon mal auf! Zieht Euch dran hoch! Machts wie ich! Ah, ich liebe das! Also ich sag' auf jeden Fall schon mal Sie zu mir.

Noch einen? Okay.

"In China fällt ein Reissack um"

Aber bevor ich mit der tranformation beginne, erst mal mein Tipp: Kauft Euch den Spiegel, um tiefer in die Materie einzusteigen. Aber niemals vergessen - Pinkus ist sowieso besser (!)

Achtung, jetzt geht's los. Und sogar mit Inversion, etwas für absolute Profis ( uh, yeah, ich komme...)

"Nun, es mag wohl so sein - Da war dieser eine Sack. Prall gefüllt mit dem, was die dortige Landwirtschaft eben so hergibt - Reis eben. Und wüßte man nun nicht, daß er sich just auf der anderen Erdhälfte befände - im uns so fernen China nämlich - zudem aufrecht gelagert, wer in unseren Breitengraden hätte nicht schon mal ernsthaft dessen Umfallen gedanklich in Erwägung gezogen, so daß das tatsächlich Ereignis - tritt es denn ein - wohl kaum einen von uns noch wirklich zu schockieren vermag."

Tja, liebe Leute, wie ihr seht - da ist wohl Nobelpreis angesagt. Nehmt's nicht so tragisch, wenn ihr noch nicht so gut seid wie ich. 

Tschö, Euer Pinkus"


 

 

Workshop: 0"

Cool schreiben mit Pinkus

(von Pinkus Haflinger)

Für Journalisten und solche die es werden wollen

Hallo, liebe Leute, hier bin ich wieder. Ihr wißt, wir steigen gleich voll ein, um - naaa! - genau, durchzusteigen!

 

Heute, liebe Leute (ah, merkt ihr, das ist schon fast Lyrik) geht es um die Konzertkritik. Also ich war neulich auf dem Konzert von ner Gruppe - au Mann, war'n die gut. Au Mann! War'n Die Gut! Also, ich spiel selber in 'ner Gruppe als Basser, aber wir sin' irgendwie nich' so gut. Eher ziemlicher Schrott. Aber die waren gut! Ich hab mich 2 Tage nur von Beruhigungspillen ernährt. Aber in so 'nem Fall greifen wir auf eine klassische Rezensions-Technik zurück:

"Macht kaputt, was euch kaputt macht".

Also die waren so gut, das hätte mich kaputt gemacht (da war ja jeder Ton war gegen mich und meine Gruppe gerichtet). Aber Pinkus wäre nicht Super-Pinkus, wenn er hier nicht Maßnahmen ergriffen hätte. Tja, liebe Leute, jetzt könnt ihr mal sehen wie Pinkus scharf durchlädt.

Hier meine Rezension (ihr könnt bequem stehen):

"Das gute zuerst. Der Name der Gruppe klang interessant. Hab aber jetzt den Namen vergessen. Der Schlagzeuger versuchte krampfhaft und verzweifelt, den Takt zu halten. Also gut, ich muß zugeben, das gelang auf weite Strecken - aber das war es dann auch schon. Irgendwelche virtuosen Gitarrenläufe, die auch noch leicht wirken sollten, wechselten mit einer Stimme ab, die locker 3 Oktaven umfaßt. Aber, man fragte sich ständig: was soll das eigentlich? Dazu dröge wummernde Bässe. Der Sound insgesamt? Hätte man mich doch wenigstens an den Mixer gelassen. Innovation? Gleich null. Die Gruppe? Kann man getrost vergessen."

Päng, so macht man das Leute. Aua, jetzt habe ich mir mein Füßchen angehauen.

Tschö, Euer Pinkus"

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